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75. Vertauschte Träume


75. Vertauschte Träume

Das Nordlicht spielt verrückt! Holling bittet Joel um psychotherapeutische Hilfe, weil er plötzlich den Geruch und den Anblick von Essen nicht mehr ertragen kann. Der Internist stimmt widerwillig zu. Die schwammige Wissenschaft der Psychoanalyse ist nicht sein Fachgebiet. Als Holling aber auch noch Maggie in die Praxis schleppt, weil sie angeblich seine Träume träumt, platzt Joel der Kragen. Er ist überzeugt, daß das Unterbewußtsein kein Radiosender ist und Gehirnwellen nicht herumhüpfen, auf der Suche nach einem Empfänger. Doch Dank Maggies Hilfe kommen sie Hollings Aversion langsam auf die Spur. Außerdem scheint Maggie auch nicht allein betroffen zu sein. Viele Cicelianer träumen seit der Aurora Borealis fremde Träume. Selbst Joel schlafwandelt auf einmal und möchte mitten in der Nacht ein paar Obsttörtchen bei Ruth-Anne kaufen. Offensichtlich träumt er die Träume des 8jährigen Timmi, dem er aus medizinischen Gründen Süßigkeiten verboten hat. Chris ist überzeugt, daß das Nordlicht für einige Irritationen an den synaptischen Anschlüsse der Bewohner gesorgt hat, zumal ein ähnliches Phänomen bereits 1957 dokumentiert wurde. Auch Maurice ist betroffen, denn die "perversen Tucken" haben was gegen ihn in der Hand. Ron sieht in seinem Traum Maurice als besessenen Schuh-Fetischisten. Maurice ist fassungslos. Seine Scham drückt sich in grundlosen Unterstellungen aus. Ruth-Anne versucht ihn mit Oscar Wildes*: "Nichts Menschliches ist mir fremd!" zu beruhigen... Marilyn hält sich hingegen an die alaskanischen Mythologie: sie pfeift und die Aurora tanzt!

(* Das Zitat stammt eigentlich von Terenz, oder?)


5.12 Mr. Sandman Originaltitel
Deutsche TV-Premiere: 29.12.1996 (RTL)
TV-Premiere: 10.01.1994 (CBS)


 

Diane Frolov & Andrew Schneider  Drehbuch (nach einer Geschichte von Diane Frolov, Andrew Schneider & David Chase)

Michael Fresco  Regie

 

Musiktitel

Luck Be a Lady - Guys and Dolls/Frank Loesser
Guitar Ray - Sylvester Weaver
Won't You Let Me Go - Buckwheat Zydeco
This Nearly Was Mine - Lindsey Buckingham
I May Want a Man - JoAnne Shenandoah


Zitate

Chris: "'In diesem Zustand halluzinierender Klarheit sahen wir nicht nur die Bilder unserer eigenen Träume, sondern einige sahen auch die Bilder, die andere träumten.' Das ist von Gabriel Garcia Marquez 'Hundert Jahre Einsamkeit' und wie es scheint, gibt es Präzedenzfälle für dieses Traum-Tauschen.
Ich meine, ist es wirklich so abwegig?
Vielleicht träumen wir ja immer die Träume jemand anderen? Ist nicht die Unterwelt des Unterbewußten in Wahrheit kollektiv?
Ich meine, sind nicht auch eure Ängste auch meine Ängste?
Sind nicht eure Wünsche auch meine Wünsche?
Und trinken wir nicht alle aus dem selben menschlichen Becher?
Karl Jung hat folgendes dazu zu sagen: 'Jedwedes Bewußtsein trennt, - aber in den Träumen nehmen wir die Gestalt des universelleren, wahrhaftigeren und ewig(er)en Menschen an, der in der Dunkelheit der urzeitlichen Nacht weilt. Dort ist er noch das Ganze und das ganze ist in ihm, untrennbar von der Natur und bar jeder Ich-heit! Aus diesen alles verbindenden Tiefen erhebt sich der Traum, sei er auch noch so kindisch, grotesk und unmoralisch.'"




Joel hat Holling mehr oder weniger erfolgreich psychotherapeutisch behandelt. Er ist allerdings nicht mit sich zufrieden. Es ist schon später Abend, es schneit ein bißchen und er sitzt zusammen mit Maggie auf einer Parkbank: "Meine Handflächen werden völlig naß. Ich.. ich will das nicht wissen. Diese Dinge über andere Menschen... Ich will einfach nicht!"
Maggie: "Was für Dinge?"
Joel: "Persönliche Dinge, - verstehen Sie?!
Private Dinge. Ich will nicht wissen, dass Holling von seinem Vater mißhandelt wurde und dass er infolge dessen von Furcht und Wut und Unsicherheit erfüllt ist.
Das ist... - O Mann... das ist einfach zu schmerzhaft!"
Maggie: " Ja, ich verstehe!"
Joel: "Ich meine, ich kann mit vielen Dingen fertig werden. Ich werde fertig mit parasitären Infektionen und klaffenden Wunden und Arteriosklerose. Aber dieser Kram ist... (er atmet tief durch!) Ich möchte einfach durchs Leben gehen und glauben, dass die Menschen glücklich sind!"




Ruth-Anne: "It‘s just human. We all have the jungle inside of us. We all have wants and needs and desires, strange as they may seem. If you stop to think about it, we‘re all pretty creative, cooking up all these fantasies. It‘s like a kind of poetry."
  



Holling: "I'm my mother. I'm my father. I'm chipped beef on toast?!"