Maggie findet zufällig in ihrem Vorgarten indianische Antiquitäten, worauf Maurice gleich mit Erick und Ron zu archäologischen Ausgrabungen anrückt. Brad Young, ein 12jähriger Ausreißer, hat sich hoffnungslos in Shelly verknallt und jobbt nun eifrig im Brick. Währenddessen ist Ed nach einem apokalyptischen Traum über die Folgen der Umweltverschmutzung ganz verstört und versucht nun - zusammen mit Mike - die Bewohner Cicelys wachzurütteln. Seine Bemühungen werden allerdings eher ignoriert. Auch Maggie hat einen schlimmen Traum, in dem sie als Rotkäppchen von einem Wolf in ein psychoanalytisches Gespräch verwickelt wird. Daraufhin erfährt sie einen emanzipatorischen Schub und verjagt rigoros das (ausschließlich männliche) Ausgrabungsteam aus ihrem Garten. Gemeinsam mit einigen Frauen schaufelt sie feierlich die Ausgrabungsstätten wieder zu; - selbstverständlich argwöhnisch beäugt von den verscheuchten Herrschaften...
4.11 Survival of the Species Originaltitel
Deutsche TV-Premiere: 30.03.1995 (VOX)
TV-Premiere: 04.01.1993 (CBS)
Denise Dobbs Drehbuch
Dean Parisot Regie
Northern Disclosure (Podcast)
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In dieser Ausgabe ihres "Northern Disclosure"-Podcasts tauchen Janine Turner (Maggie O'Connell) und Rob Morrow (Dr. Joel Fleischman) tief in die elfte Episode der vierten Staffel ein, die im Original den evolutionären Titel "Survival of the Species" trägt und im Deutschen als "Frauensachen" bekannt ist. Regie bei diesem "Stück Seriengold" führte der großartige Dean Parisot.
Für Janine ist diese Folge ein absoluter Meilenstein. Rückblickend blickt sie fast ein bisschen wehmütig auf ihre damalige Emmy-Nominierung zurück, für die man als Cast-Mitglied eine ganz bestimmte Folge einreichen musste: "Ich blicke heute zurück und frage mich: Warum um alles in der Welt habe ich nicht diese Episode eingereicht? Sie hat einfach das Wesen von Maggie perfekt verkörpert: unglaublich intensiv, und doch konnte man all ihre tiefe Emotionalität dahinter spüren. Ich glaube, mit diesem Drehbuch hätte ich damals eine viel bessere Chance auf den Emmy gehabt."
Die Episode bewies mit ihren Themen rund um die Ozonschicht und den Umweltschutz schon in den frühen 90ern eine prophetische Weitsicht, die heute in unserem Alltag präsenter ist denn je. "Frauensachen" startet furios mit Eds postapokalyptischem Albtraum: Die Schreckensvisionen der Erderwärmung sind Realität geworden, Holling hat seine Haare verloren, Shelly trägt Schutzplastik und Joel Fleischman wandelt wegen der extremen Sonneneinstrahlung wie eine Mumie im Ganzkörperverband durch Cicely. Rob und Janine amüsieren sich köstlich über das durchgängige "Gaia-Thema" (Mutter Erde) der Episode.
Ein echtes optisches Highlight ist für beide jedoch Maggies eigener Albtraum, die legendäre Rotkäppchen-Analogie im Wald. Rob kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: "Das sieht aus wie ein echter Kinofilm - eine wunderschöne, tolle Szene", lobt er rückblickend. Janine gibt dazu einen faszinierenden Einblick in ihre damalige Vorbereitung mit ihrem Schauspielcoach. Sie entschied sich ganz bewusst dafür, Maggie in dieser Traumsequenz extrem jung und fast schon kindlich anzulegen. Wenn sie sich die Szene, in der der Wolf (gespielt von Robert Nader) Maggie psychoanalytisch manipuliert und sie am Ende verführt, heute anschaut, läuft es ihr allerdings kalt den Rücken runter. Mit Blick auf moderne, düstere Themen wie den weltweiten Menschenhandel findet Janine das Finale, in dem Maggie dem Wolf arglos in den Tod folgt, im Nachhinein "ziemlich unheimlich". Rob pflichtet ihr bei: Genau das war der Sinn dieses Traums - es sollte als klassisches, düsteres Warnmärchen Maggies tiefste Ängste manifestieren.
Passend zu diesen Erd- und Naturthemen schlägt Janine die Brücke zu ihrem heutigen realen Leben auf ihrer Ranch: Genau wie Maggie, die im Vorgarten im Schlamm buddelt, trägt Janine privat leidenschaftlich gerne feste Arbeitshandschuhe und Schlangenstiefel. Direkt nach der Podcast-Aufnahme steht für sie sogar ein echtes Farmer-Großprojekt an: Das feierliche Begräbnis einer ihrer geliebten, im hohen Alter verstorbenen Longhorn-Kühe!
Ein absolutes Highlight für Janine ist die legendäre Billardtisch-Szene im Brick. Maggie hält dort einen epischen Monolog über historische Frauen und Göttinnen wie Katharina die Große - und das amüsante Detail, dass die Nachwelt sich bei Letzterer fälschlicherweise oft nur an die pikante (und frei erfundene) Pferde-Anekdote erinnert. Janine verrät schmunzelnd ein technisches Geheimnis: Weil der Text so unfassbar lang und komplex war, löste die Regie die Szene geschickt durch verschiedene Kamera-Perspektiven auf, sodass sie den XXL-Monolog häppchenweise einsprechen konnte. Rob wundert sich derweil scherzhaft, warum Maurice Minnifield in dieser Folge plötzlich wie ein Anthropologie-Experte wirkt - verbucht es aber unter der typischen Maurice-Logik: Sobald Geld im Spiel ist, weiß der Mann eben alles!
Als Stargast begrüßen die beiden diesmal die Frau, die von vielen Fans heiß geliebt wird: Elaine Miles (Marilyn Whirlwind)! Das Trio groovt sich sofort ein, als wäre keine Zeit vergangen - tatsächlich haben Janine und Elaine erst kurz zuvor anderthalb Stunden privat telefoniert. Elaine berichtet stolz von ihren inzwischen drei Enkelkindern und sorgt für großes Gelächter, als sie erzählt, wie die Kleinen auf die alten Folgen reagieren: "Meine Enkeltochter hat mich neulich beim Schauen gefragt: 'Lala, warum schreit der [Dr. Fleischman] dich eigentlich immer so an?' Ich sagte ihr: 'Der schreit mich doch gar nicht immer an!' Und plötzlich verstand sie es und rief beim Weiterschauen: 'Oh, er mag dich ja! Er hat dich doch nur gesucht, Lala!'"
Und die Schauspielkarriere läuft ebenfalls: Elaine steht kurz vor einem Videoshoot in New Jersey und hat für den Winter ein noch streng geheimes Projekt in der Pipeline, über das sie wegen einer Geheimhaltungsvereinbarung leider noch kein Wort verlieren darf.
Natürlich wird auch über das skurrile Set-Leben geplaudert. Rob erinnert sich lachend daran, dass er in den ersten Staffeln noch tonnenweise Make-up verpasst bekam, bevor er rebellierte. In Staffel 4 hatte er den Dreh raus: Rein in die Maske, 15 Minuten später wieder raus. Janine dagegen musste oft schon um 5 Uhr morgens antreten! Die Damen erinnern sich außerdem an die Haarkunst von Rebecca: Der unnachahmliche, seidige Glanz von Maggies und Marilyns Haaren stammte damals aus einer kleinen, blauen Flasche Silikonöl, die großzügig aufgetragen wurde.
Für kollektives Entsetzen im Podcast sorgt eine brandaktuelle, erschütternde Geschichte, die Elaine Miles im realen Leben widerfahren ist: Sie wurde in Redmond auf offener Straße - völlig grundlos auf dem Weg vom Geldautomaten zu Starbucks - von bewaffneten und maskierten Agenten der US-Einwanderungsbehörde (ICE) abgefangen, die aggressiv ihren Ausweis verlangten: "Der Beamte sah sich meinen offiziellen Stammesausweis an und behauptete dreist: 'Der sieht gefälscht aus.' Ich entgegnete: 'Der ist nicht gefälscht! Da steht eine 800er-Nummer drauf, rufen Sie einfach in unserem Stammesbüro an!' Aber er blieb dabei. Und das Verrückte war: Der Typ, der behauptete, er sei gefälscht, war ein Schwarzer. Der Beamte, der ihm zustimmte, war Mexikaner. Und die zwei weißen Beamten standen einfach nur daneben..." Selbst als sie ihren gültigen US-Reisepass vorlegte, ließen sie sie nicht gehen und verhörten die sichtlich verängstigte Schauspielerin fast 45 Minuten lang mitten auf der Straße. Erst nach einer internen Überprüfung am Computer sprangen die Beamten wortlos in ihre Wagen und rasten davon - ohne ein Wort der Entschuldigung. Janine und Rob zeigen sich zutiefst schockiert über diesen Vorfall.
Rob nutzt die Gelegenheit für ein wunderbares Kompliment an seine Kollegin: "Kein Wunder, dass dich einfach jeder da draußen liebt, Elaine. Ich glaube fest daran, dass du bis heute der absolute Nummer-Eins-Lieblingscharakter des gesamten Casts bist."
Zum Abschluss würdigen die Gastgeber noch einmal die grandiosen Gastdarsteller der Episode: Eden Gross als den rauchenden, 12-jährigen Ausreißer Brad Young, der so herrlich grafisch mit Shelley flirtet ("Schöne Hupen!"), sowie Don McManus (Erick) und Doug Ballard (Ron). Unvergessen bleibt auch Shelleys herrlich eigenwilliges Zitat über ihre große Liebe: "Brad, wenn du erst mal die richtige Braut klarmachst, kann sie sich echt glücklich schätzen. Holling hat eben den Schlüssel zu meiner Hose und meinem Herzen."
Die Episode endet, untermalt vom wunderschönen Song "Tango to Evora" von Loreena McKennitt, mit einer der stärksten Szenen der Serie: Nachdem Maggie das rein männliche Ausgrabungsteam rigoros von ihrem Land verjagt hat, schaufeln die Frauen von Cicely die historische Fundstätte feierlich und solidarisch wieder zu - während die verscheuchten Männer das Ganze fassungslos durchs Fernglas beobachten. Ein echtes Meisterwerk der Seriengeschichte!
Musiktitel
All is Fair in Love and War - Ronnie Milsap
Postpone the Pain - Mark Chesnutt
Guilty Conscience - Carl Smith
Garth Brooks
Mooseburger Stomp - David Schwartz
Tango to Evora - Loreena McKennit
Zitate