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51. Ausgesetzt


51. Ausgesetzt

Joel ist beunruhigt, weil Ed langsam eine "Manifestation psychotischen Verhaltens" an den Tag legt. Doch Ed spricht im Brick gar nicht mit sich selbst, sondern mit "Einer-der-wartet", seinem unsichtbaren, indianischen Lehrer. Der hat - wie versprochen - endlich Eds Vater Pete ausfindig gemacht. Pete leitet die Bauarbeiten eines Wohnhauses. Ed freundet sich mit dem warmherzigen Mann an, traut sich aber nicht, Pete mit seinem Wissen zu konfrontieren. Erst als "Einer-der-wartet" Ed keine andere Wahl läßt, erzählt er seinem Vater die Wahrheit. Mike will seine multiplen Allergien nutzen, um Giftquellen in den Bergen aufzuspüren. Maggie begleitet ihn dabei und bewundert seine Tapferkeit. Es knistert mächtig zwischen den beiden, - doch Maggie ist überzeugt, Mike mit "negativen Ionen" zu töten, sollte sie ihrer Leidenschaft nachgeben. Ein blinder Klavierstimmer taucht im Brick auf und verlangt 150$, um Hollings alten Klimperkasten zu reparieren. Der Zynismus und die Impertinenz dieses Mannes machen Holling arg zu schaffen...


4.13 Duets Originaltitel
Deutsche TV-Premiere: 13.04.1995 (VOX)
TV-Premiere: 18.01.1993 (CBS)


 

Geoffrey Neigher  Drehbuch
Win Phelps  Regie

 

Northern Disclosure (Podcast)

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In dieser Folge des offiziellen Podcasts Northern Disclosure widmen sich Rob Morrow (Dr. Joel Fleischman) und Janine Turner (Maggie O'Connell) der 13. Episode der vierten Staffel: "Ausgesetzt". Geschrieben wurde die Episode von Jeffrey Vlaming und inszeniert von Win Phelps - für beide war es eine der seltenen Arbeiten an der Serie. 

Bevor sich die beiden Hauptdarsteller jedoch in die Analyse stürzen, starten sie mit einer herrlich absurden Diskussion über "Cloud Seeding" (künstliche Wolkenimpfung). Janine berichtet fasziniert, dass es auf ihrer Ranch in Texas ungewöhnlich viel regnet und sie vermutet, die Regierung lasse dort künstlich Wolken erzeugen: "Es hat hier so viel geregnet... Ich glaube, das liegt an all dem Cloud Seeding, dem künstlichen Abregnen von Wolken, das sie heutzutage machen. Wir haben nicht mehr die Dürren, die wir früher hatten. Es ist wie in den Tropen hier."  Rob reagiert darauf zunächst extrem skeptisch und amüsiert sich über die vermeintliche Verschwörungstheorie: "Woher hast du denn diesen Cloud-Seeding-Unsinn?"  Janine lässt sich jedoch nicht beirren und erklärt, dass Flugzeuge bestimmte Chemikalien in die Wolken sprühen, um Regen zu erzeugen. Nach einer kurzen Recherche im Netz muss Rob schließlich klein beigeben und feststellen, dass Wolkenimpfung eine reale, wissenschaftliche Methode ist, die tatsächlich seit Jahrzehnten praktiziert wird, um Feuchtigkeit aus bereits vorhandenen Wolken zu pressen! 


Ed Chigliak (Darren E. Burrows) spricht im Brick scheinbar mit sich selbst, was bei Dr. Joel Fleischman sofort die Sorge vor einer "psychotischen Episode" weckt. Doch Ed kommuniziert in Wahrheit mit seinem spirituellen Führer "Einer-der-wartet" (Floyd Crow Westerman), der schließlich Eds leiblichen Vater Pete (Gordon Tootoosis) auf einer Baustelle ausfindig gemacht hat. Ed besorgt sich dort einen Job, um dem Mann nahe zu sein, bringt es aber nicht über das Herz, sich zu offenbaren - bis sein imaginärer Begleiter ihn sanft, aber bestimmt dazu drängt.

Mike Monroe (Anthony Edwards) will mit Maggies Hilfe Giftquellen in den Bergen aufspüren. Zwischen den beiden knistert es gewaltig, doch Maggie bremst seine Annäherungsversuche vehement aus. Sie ist felsenfest davon überzeugt, mit einem Fluch belegt zu sein: Ihre bisherigen fünf Partner starben alle unter bizarren Umständen. Sie befürchtet, Mike durch ihre "negativen Ionen" zu töten, sollte sie der Leidenschaft nachgeben. 

Ein blinder Klavierstimmer namens Arlen Briscoe (Kevin Conway) taucht im Brick auf, um Hollings alten Klimperkasten zu reparieren. Briscoe erweist sich jedoch als zynischer, unverschämter Grobian, der Holling psychisch extrem zusetzt.  

Sowohl Rob als auch Janine geraten regelrecht ins Schwärmen, wenn es um Darren E. Burrows' Darstellung in dieser Folge geht. Janine betont, dass Darren hier endlich die Gelegenheit bekam, seine schauspielerischen Muskeln spielen zu lassen und eine immense emotionale Verwundbarkeit zu zeigen: "Man konnte die Tiefe seiner Seele an seinen Gefühlen und den Tränen in seinen Augen ablesen. Aber gleichzeitig sah man auch, wie er versuchte, das zu überspielen und zu sagen: 'Oh, ich weiß, es ist alles okay, es ist okay.' Das ist eine wunderschöne Dualität."  Besonders die finale Szene, in der Ed weinend vor seinem Vater steht, rührt die beiden Co-Hosts auch heute noch. Janine hebt hervor, wie rührend und typisch für Ed es ist, dass er seinem Vater in diesem hochemotionalen Moment, statt wütend zu sein, einfach ein Glas Wasser anbietet. 

Rob lobt zudem die wundervoll unaufgeregte Inszenierung des spirituellen Begleiters "Einer-der-wartet". Es gibt keine Spezialeffekte, kein Verpuffen im Nebel - Floyd Crow Westerman taucht einfach auf und geht wieder im Wald verloren, was die authentische, magische Atmosphäre von "Ausgerechnet Alaska" perfekt unterstreicht: "Ich liebe es, dass hier keinerlei Pyrotechnik im Spiel ist. Es gibt keine Spezialeffekte. Wenn er auftaucht, kommt er einfach ins Zimmer, und wenn er geht, läuft er einfach in den Wald. Das ist so ein typisches 'Ausgerechnet Alaska'-Ding - man muss das Ganze nicht künstlich aufhübschen." 

Ein Detail wirft bei den beiden Podcastern Fragen auf: Der wunderschöne Spaziergang von Maggie und Mike an einem malerischen Gewässer. Beide sind sich einig, dass diese Szene weder in Roslyn, Redmond noch Woodinville gedreht wurde. Die Landschaft sah eher nach dem Lake Washington oder der Küste vor den San Juan Islands westlich von Seattle aus. Janine scherzt, dass sie ihren damaligen Fahrer Cliff fragen müsste, der sie jeden Morgen um 4:30 Uhr im Dunkeln mitsamt ihrem Pudel Éclair abholte - denn die Fahrer vergaßen nie eine Location. 

Als echter Insider-Tipp für Film-Geeks entpuppt sich Robs Beobachtung bezüglich der Klavierszenen im Brick. Da weder Kevin Conway noch Elaine Miles (Marilyn) im echten Leben Klavier spielen konnten, behalf sich Regisseur Win Phelps eines cleveren Schnitttricks: Die Kamera startete ganz nah auf den Händen eines echten Pianisten auf den Tasten, schwenkte dann hoch zu den Gesichtern der unbeteiligten Zuschauer (wie Shelly) und zog erst dann wieder zurück, nachdem die Schauspieler unbemerkt die Plätze mit den Musikern getauscht hatten.  Zudem amüsieren sich die beiden darüber, dass Shelly (Cynthia Geary) in der Folge extrem laut mit dem blinden Klavierstimmer spricht - ein klassisches, humorvolles Missverständnis, bei dem Blindheit mit Taubheit verwechselt wird. Legendär bleibt auch Kevins unverschämter Spruch in Hollings Richtung: "Ich kann die Hitze spüren, die von Ihrer Prostata ausstrahlt." 

Die Episode regt Rob und Janine zu tiefgründigen Gesprächen an. Sie diskutieren über das Zitat von "Einer-der-wartet", dass manche Menschen die Zeit als ein Rad sehen, andere als einen Fluss, er selbst Zeit aber einfach nur für Zeit hält.  Janine vergleicht dies mit der Karriere in Hollywood: In ihren 20ern war sie unglaublich getrieben, wollte unbedingt auf jedes Magazincover. Heute weiß sie, dass der Erfolg oft weniger glücklich macht als das bloße Verlangen danach. Erst im Alter lerne man, dass echte menschliche Verbindungen und die reine Erfahrung eines Projekts viel wertvoller sind als materielle Meilensteine: "Am Ende sind es die kleinen Verbindungen, die Momente, die uns wirklich erfüllen. Nicht die materiellen Dinge oder die Erfolge." 

Rob reflektiert über seine tägliche Meditationspraxis. Er stellt fest, dass der Mensch ständig vergisst - wir vergessen unsere Vorsätze und verfallen in alte Verhaltensmuster. Erst durch harte, bewusste Arbeit an sich selbst könne man "seine Flecken ändern" und lernen, die Kontrolle abzugeben: "Es ist erstaunlich, wie viel wir vergessen. Wir vergessen die Verhaltensweisen und Muster, die wir eigentlich durchbrechen wollen. Deshalb ist es so schwer, seine Gewohnheiten abzulegen. Aber wenn man sich bewusst erinnert, kann man sich in kleinen Babyschritten verändern. Ich habe mich definitiv verändert und aus meinen Fehlern gelernt." 

Zum Abschluss beichtet Rob noch eine vergnügliche Anekdote: In dieser Folge hatte er als Dr. Joel Fleischman nur zwei winzige Szenen. Weil die Serienschöpfer damals Angst hatten, die Schauspieler könnten sich in die Drehbücher einmischen, hielten sie die Skripte vor dem Cast unter Verschluss. Rob knackte jedoch den Code: "Sie haben uns die Drehbücher nie gegeben... Aber ich wusste, wo sie sie aufbewahrten. Sie lagen in einem Aktenschrank im Büro. In der Mittagspause, wenn alle weg waren, bin ich da reingeschlichen und habe die nächste Folge durchgeblättert... Ich sah dann: 'Oh mein Gott, ich bin nur an drei Stellen drin, und alle am selben Drehort!' Das bedeutete für mich nur einen einzigen Arbeitstag. Es war so ein großartiges Gefühl, an meinem ersten freien Tag aufzuwachen und zu wissen: Ich kann tun, was ich will."  Janine amüsiert sich köstlich über diese Beichte - von diesem geheimen Skript-Raubzug wusste sie nämlich bis zum heutigen Tag nichts! 

 

Musiktitel

There Goes My Heart Again - Holly Dunn
The Same Old Me - Ray Price
Don’t Just Stand There - Carl Smith
If I Had You - Benny Goodman
Quando Corpus Morietur ("Stabat Mater") - Giovanni Battista Pergolesi
Nocturne in B-flat Minor, Opus 9, No. 1 - Frederic Chopin

Sonata in D for Hands, 2nd Movement - Wolfgang Amadeus Mozart


Zitate

Einer-der-wartet (One Who Waits): "I never walked so hard. I thought I would have to change my name to 'One Who Walks'."




Einer-der-wartet (One Who Waits): "There‘s an old saying that if you come back to the place where you became a man, you will remember all those things you need to be happy... That saying never made sense to me, but I thought it was worth a try."





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