Maggies Großmutter wird achtzig. Für das unvermeidliche Familienfest braucht sie nun einen akzeptablen "Vorzeige-Freund". Da der "kränkliche Bursche" (Mike) die Reise kaum überleben würde, gelingt es ihr, Joel mit einem perfiden Schachzug nach Detroit (Grosse Pointe) zu ködern. Sie hat zwei Basketballkarten für das Knicks-Pistons-Spiel organisiert! Das verschrobene Geburtstagskind hat sich jedoch im Badezimmer verbarrikadiert. Die Feierlichkeiten gehen ihr gehörig auf die Nerven. Maggie verschanzt sich stundenlang mit ihrer "Grammy" im Bad und lernt sie dort als "Freundin und Frau" kennen. So wird manches Geheimnis ausgeplaudert und heimlich geraucht... Joel muß die Zeit bis zum Anstoß ohne Maggie überbrücken und nähert sich so ihre psychopathischen Verwandtschaft. Auch Maggies (latent eifersüchtiger) Jugendfreund Jed taucht auf und fordert Joel zu einem kleinen Basketballspielchen in der Garageneinfahrt auf. Jed überanstrengt sich dabei und erleidet eine Herzattacke. Die hysterische Mutter Jane dreht langsam durch, der ekelhafte Bruder Jeffey teufelt gegen seine Schwester und die charakterlose Schwägerin Stephie steigert sich in ihren Kummer. Joel kann sich nur wundern, daß sich Maggie trotz dieser Familie einigermaßen passabel entwickelt hat...
4.14 Grosse Pointe 48230 Originaltitel
Deutsche TV-Premiere: 20.04.1995 (VOX)
TV-Premiere: 01.02.1993 (CBS)
Robin Green & Mitchell Burgess Drehbuch
Michael Katleman Regie
Northern Disclosure (Podcast)
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In dieser "Northern Disclosure"-Ausgabe begrüßen Rob Morrow (Dr. Joel Fleischman) und Janine Turner (Maggie O'Connell) einen ganz besonderen Gast: Kurt, einen langjährigen Fan der Serie, der jahrelang die legendären Moosefests in Roslyn, Washington, mitorganisiert hat.
Gemeinsam widmen sie sich der TV-Episode "Die Sippschaft" (Originaltitel: Grosse Pointe, 48230). Regie führte Michael Katleman, geschrieben wurde die Folge vom Erfolgs-Duo Robin Green und Mitchell Burgess.
Für Rob und Janine war der Dreh in der Rückschau ein echtes Highlight der vierten Staffel. Da die Episode nach über 50 Folgen der gewohnten Cicely-Routine einen kompletten Schauplatzwechsel bot, fühlte sich die Arbeit für das Team fast wie ein Ausflug zu den Dreharbeiten eines eigenständigen Spielfilms an. Aus Kostengründen flog die Crew zwar nicht nach Michigan, sondern drehte in einem gemieteten Wohnhaus in einem gehobenen Stadtteil von Seattle - doch das tat der Aufregung keinen Abbruch. Rob beschreibt dieses Gefühl so: "Es war wie ein willkommener Tapetenwechsel - eine kleine Pause von der Routine, nach über 50 Episoden. Ich habe mich wirklich gefühlt, als würden wir einen völlig anderen Film drehen."
Diese Episode ist ein Roadtrip in die Vergangenheit - und eine einzige große Familientherapie-Sitzung. Maggie muss zu ihrer Großmutter "Grammy" (Barbara Townsley) zum 80. Geburtstag nach Grosse Pointe, Michigan, reisen und braucht dringend einen akzeptablen Begleiter. Mit einem perfiden, aber effektiven Schachzug ködert sie Joel: Sie bietet ihm zwei begehrte Karten für das NBA-Spiel der Detroit Pistons gegen seine geliebten New York Knicks - mit Sitzplätzen direkt am Spielfeldrand! Der Plan geht auf, doch kaum in Maggies Elternhaus angekommen, findet sich Joel mitten in einem Irrenhaus aus neurotischen Verwandten wieder.
Das Geburtstagskind hat sich im Badezimmer verbarrikadiert und weigert sich, herauszukommen - sehr zum Entsetzen von Maggies Mutter Jane (Bibi Besch). Nur Maggie wird hineingelassen, wo die beiden stundenlang rauchen, trinken und über das Leben plaudern. Als Geschenk überreicht Grammy ihr schließlich eine wertvolle Uhr aus Roségold.
Während Maggie im Bad verweilt, muss Joel die Zeit ohne sie überbrücken und lernt dabei die ganze Verwandtschaft kennen: den ekelhaften Bruder Jeffey (Dylan Baker), dessen verzweifelte Frau Steffi (Lisa Waltz), den jungen Reverend Harding (James Marsters - lange vor seinem Durchbruch als Spike in "Buffy") und Maggies latent eifersüchtigen Jugendfreund Jed (D. David Morin). Jed fordert Joel zu einem Basketballspiel in der Garageneinfahrt heraus, überanstrengt sich dabei und erleidet eine Herzattacke. Während die Familie völlig unbeeindruckt aus dem Fenster winkt und Jed ins Krankenhaus gebracht wird, zieht Joel den Hut vor Maggie. Am Ende der Folge, als der gemeinsame Gang zum Spiel tatsächlich noch gelingt, resümiert Joel mit einer Mischung aus Bewunderung und Fassungslosigkeit: "Du hast dir da eine ganz schöne Nervenklinik zusammengestellt. Es ist unglaublich, dass du das überlebt hast."
Besonders Janine hat sehr plastische Erinnerungen an die Dreharbeiten im gemieteten Wohnhaus in Seattle. Als sie während einer Szene in der Küche eine Schublade öffnete, um nach Requisiten zu greifen, erschrak sie gewaltig: Die Schublade war randvoll mit den echten, privaten Gegenständen der Hausbesitzer! Rob kontert lachend mit einer ähnlichen Geschichte vom Set der Serie "Billions", wo er in einem echten Richter-Büro in der Bronx in den Schreibtischschubladen massenweise verschreibungspflichtige Medikamente entdeckte.
Rob beichtet bei der Gelegenheit auch eine alte Sünde von einem früheren Low-Budget-Film, bei dem er Regie führte: Um die Wand des Mietshauses nicht zu beschädigen, baute die Crew eine Fake-Wand für einen Stunt auf. Ein Wurfobjekt durchschlug jedoch versehentlich beide Wände. Kurzerhand schob die Filmcrew einfach eine schwere Kommode vor das Loch und verschwand auf Nimmerwiedersehen!
Dass Rob im Duell gegen Maggies Ex-Freund Jed erstaunlich treffsicher lange Körbe warf, überrascht den Schauspieler bis heute selbst: "Normalerweise bin ich kein guter Basketballspieler. Aber wenn ich eine Figur spiele, die eine Sportart ausübt, gelingt mir das plötzlich beim Drehen. Es ist das Merkwürdigste überhaupt - als würde der Geist sich selbst vergessen oder anders fokussieren."
Im hochkarätigen Cast dieser Episode versteckt sich ein besonderes Fundstück: James Marsters spielt hier den Reverend. Es war bereits sein zweiter Auftritt in "Ausgerechnet Alaska" (in Staffel 3 war er als Hotel-Page in der Folge "Wer schläft, sündigt nicht" zu sehen) - eine extrem seltene Ausnahme im Casting-System der Serie! "Er ist einer der ganz wenigen Schauspieler, die die Produzenten so sehr mochten, dass sie ihn drei Jahre später für eine völlig andere Rolle besetzten", erklärt Rob.
Ebenfalls mit an Bord: Dylan Baker ("The Good Wife") als fieser Bruder Jeffey sowie die 1996 leider viel zu früh verstorbene Bibi Besch als Maggies Mutter Jane, zu der Janine damals am Set eine sehr liebevolle Verbindung aufbaute.
Die Anwesenheit von Kurt, dem eingefleischten Fan aus Bellevue bei Seattle, macht diese Podcast-Folge zu einem ganz besonderen Erlebnis. Er gibt Einblicke in die Entstehung der Moosefests, die von 1999 bis 2018 hunderte Fans nach Roslyn lockten: "Dan DuSec, der Location-Manager der Show, führte Bustouren zu den Orten, wo Ruth-Anne auf ihrem Grab tanzte oder Chris seine Harley von der Klippe fuhr." Kurt betont mit einem Augenzwinkern, dass die Northern Exposure-Fangemeinde im Vergleich zu anderen Franchises sehr geerdet sei: "Wir sind nicht so geeky wie Star-Trek-Fans. Keiner von uns spricht Klingonisch. Wenn wir uns heute treffen, vergleichen wir eher unsere Medikamente miteinander, aber wir haben einfach eine großartige Zeit zusammen." Kurt fordert die beiden Stars im Podcast zu einer Runde Episoden-Trivia heraus. Während Janine bei den Detailfragen kläglich scheitert, glänzt Rob mit erstaunlichem Gedächtnis und weiß auf Anhieb, dass Jeffey seine Schwester Maggie liebevoll "Eichhörnchengesicht" (Squirrel Face) nannte und Steffi auf der Feier Teufelseier (Deviled Eggs) servierte! Zum Abschluss verrät Kurt noch ein echtes Schmankerl aus Roslyn: Als die Besitzerin des Ladenlokals, in dem Chris’ Radio-Studio "KBHR" aufgebaut war, die Kulissen auf eBay versteigern wollte, kaufte Kurt ihr das gesamte Inventar ab! Dank ihm stehen das originale Mischpult, der Schreibtisch und die präparierten Fische noch heute im Schaufenster in Roslyn als Denkmal für die Serie.
Musiktitel
Ain’t Too Proud to Beg - The Temptations
Woody the Indian - David Schwartz
Zitate
Joel: "You're right. You've got yourself a regular loony bin here. It's absolutely incredible that you survived. I guess you're made of something."