Maggie glaubt immer noch, daß Joel mit ihr in Juneau geschlafen hat und geht ihm verlegen aus dem Weg. Als Joel sie endlich aufklärt, wird sie fuchsteufelswild: - nicht, weil Fleischman sie so lange im Unklaren gelassen hat, sondern weil er die Situation damals nicht ausgenutzt hat! Adam und die schwangere Hypochonderin Eve wollen heiraten. Alle freuen sich auf die Hochzeit, nur Holling plagen Gewissensbisse, weil er damals bei seiner eigene Hochzeit kalte Füße bekam. Shelly hingegen bereitet für Eve und Adam nun eine regelrechte Bilderbuchhochzeit vor. Auf der Junggesellenparty kommen Joel und Maurice zu der Erkenntnis, Männer seinen weniger kompliziert, weil sie lediglich von Penis und Magen gesteuert, Frauen jedoch durch den "emotionalen Kram der rechten Gehirnhälfte" beeinflußt werden. Die Cicelianerinnen hingegen vergnügen sich gleichzeitig mit Klopapier und Luftballons. Maggie hat sich entschlossen, den Sex mit Joel nachzuholen. Doch sowohl die erotische Nacht, als auch die romantische Hochzeit mißglücken...
3.22 Our Wedding Originaltitel
Deutsche TV-Premiere: 13.10.1993 (RTL)
TV-Premiere: 11.05.1992 (CBS)
Diane Frolov & Andrew Schneider Drehbuch
Nick Marck Regie
Northern Disclosure (Podcast)
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In dieser Episode von "Northern Disclosure" wird schnell klar, dass die Chemie zwischen Janine Turner, Rob Morrow und ihrem Gast, dem Kameramann David J. Frederick, auch nach über 30 Jahren noch absolut "cremig" ist - ein Wort, das David nutzt, um den Look der Serie zu beschreiben. David erzählt die fast schon filmreife Geschichte, wie er überhaupt zur Serie kam: Er stand gerade auf einer Segelyacht, die er von Morgan Freeman gekauft hatte, um vor Shelter Island seine eigene Hochzeit zu feiern, als der Anruf von Frank Prinzi kam. Kurz darauf traf er in Seattle zufällig Rob Morrow in einem Outdoor-Laden, und dieser Moment der Überraschung legte den Grundstein für eine Zusammenarbeit, die über 40 Folgen prägen sollte. Dass David Janine ein handgefertigtes Vogelhaus in Form des "Brick" geschenkt hat, zeigt, wie tief die Verbundenheit des Teams bis heute reicht.
Geschrieben wurde die Episode von Diane Frolov und Andrew Schneider, den Meistern des philosophischen Humors, und für Rob ist es ein Paradebeispiel dafür, wie die Serie drei Staffeln Vorgeschichte in eine einzige, perfekt funktionierende Folge packt. Ein Herzstück des Gesprächs ist die Arbeit von Adam Arkin als Adam, den David als ein absolutes Genie der physischen Komik beschreibt. Für ihn ist Arkins Leistung deshalb so brillant, weil er eine unglaubliche Bandbreite zwischen arroganter Überlegenheit und purer, fast kindlicher Verletzlichkeit abdeckt. David erinnert sich, wie er als Kameramann hellwach sein musste, um Adams Nuancen einzufangen, da Arkin in jedem Take etwas Neues anbot. Besonders die Szene am Altar, in der Adam auf die Frage nach Einwänden selbst das Wort ergreift, wird als komödiantisches Meisterwerk gewürdigt. Janine zitiert Adams verzweifelten Ausruf: "Warum wurde ich mit diesem Elend verflucht? Du bist ein Messer in meinem Herzen!", und schwärmt von der Pause, die Arkin danach hält - ein Moment, in dem er sichtlich mit sich ringt, bevor er sich mit einem "Reden wir später drüber" doch für das Chaos der Ehe entscheidet. Rob betont, dass Adam ohne die ebenso geniale Valerie Mahaffey als Eve nur ein "cholerischer Spinner" wäre, aber durch ihre Interaktion eine tragikomische Tiefe gewinnt. David verrät zudem das faszinierende Detail, dass Valerie Mahaffey während der Dreharbeiten tatsächlich schwanger war, was perfekt ins Skript passte und den Szenen eine zusätzliche Authentizität verlieh.
Parallel dazu wird die technische Meisterschaft der Folge beleuchtet, die sich in Davids Leitsatz widerspiegelt: "Willst du ein Foto knipsen - oder ein Bild machen?". Er erklärt, dass jede Einstellung eine bewusste Entscheidung war, um die Geschichte zu unterstützen. David schwärmt besonders von der Hochzeitsszene in der Kirche: Die tausend Papierkraniche an der Decke waren keine Computeranimation, sondern wurden von der Requisite mühsam von Hand gefaltet. Auch die Farbwahl war kein Zufall: Das Pastell der Kleider der Frauen und das Silbergrau der Männer waren exakt aufeinander abgestimmt, um eine harmonische Bildsprache zu erzeugen. Janine ergänzt begeistert, dass die langen Dolly-Fahrten durch die Stadt und die ineinander verwobenen Szenen mit den vielen Statisten wie eine höllisch präzise Choreografie wirkten. Auch in Maggies Hütte wurde mit atmosphärischen Schatten und weichem Licht gearbeitet, um das sexuelle Knistern zwischen ihr und Joel fast greifbar zu machen.
Ein weiterer Höhepunkt, den Janine und Rob lachend Revue passieren lassen, ist die Szene, in der Maggie erfährt, dass in Juneau gar nichts passiert ist. Janine schaffte es, einen fast endlosen Schimpfwort-Hagel aus Begriffen wie "Made, Fliege, Pickel, Eiterbeule, Ratte, Schwein, Schleim und Abschaum" in einem einzigen Take abzufeuern. Rob erinnert sich mit einem Schaudern daran, dass der Aschenbecher, den Janine danach warf, ihn fast wirklich blind gemacht hätte - er verfehlte sein Auge nur um einen Millimeter. Abgerundet wird die Folge durch Insider-Anekdoten, etwa wie David dem oft textgeplagten John Corbett half, indem er dessen lange Monologe auf Papierstreifen zerschnitt und sie unauffällig an den "Stationen" im Studio verteilte - etwa am Plattenspieler oder am Fenster. So konnte Corbett seine Markierungen ablaufen und den Text quasi im Vorbeigehen ablesen, was ihm den Kopf freihielt, um sich ganz auf seine Performance als Chris zu konzentrieren.
Der Podcast endet mit der Erkenntnis, dass Momente wie der, in dem Chris den verschmähten Brautstrauß fast beiläufig mit dem Fuß zu sich zieht, die wahre Magie von "Ausgerechnet Alaska" ausmachen. Mit ihrem herzlichen Gruß, mit dem Janine und Rob fast jede Folge ihres Podcasts beenden "Wir verabschieden uns - O'Connell & Fleischman" ("Signing off, O'Connell and Fleischman") melden sie sich ab und blicken voller Vorfreude auf die nächste Woche, wenn es um die legendäre Flashback-Folge "Das Paris des Nordens" gehen wird.
Musiktitel
Solar Sex Panel - Little Village
She Took It Like a Man - Confederate Railroad
Jelly's Blues
River of Tears - Bonnie Raitt
Poor Butterfly - Benny Goodman
The Four Seasons: Spring (Vivaldi)
There'll Be Some Changes Made - Benny Goodman
The Four Seasons: Winter (Vivaldi)
I Surrender, Dear - Benny Goodman
The Four Seasons: Autumn (Vivaldi)
Zitate
Marilyn: "Sind ein Mann."
Joel: "Und und das bedeutet, ich bin automatisch an allem schuld?"
Marilyn: "Ja."
Joel: "Frauen sind in vielen Dingen echt merkwürdig."
Maurice: "Darauf ein Amen!"
Joel: "Wir meiden jeden Hinweis, dass sie wollen, dass man etwas tut, während sie in Wahrheit genau das Gegenteil von einem wollen. Und der Gipfel ist, sie werden auch noch böse, wenn man das nicht weiß."
Maurice: "Frauen haben Probleme damit zu verstehen, dass Männer einfachere Geschöpfe sind als sie."
Joel: "Einfacher?"
Maurice: "Mmmm!" (zustimmendes Nicken)
Joel: "Einfacher, weil wir nicht maßlos irrational sind?"
Maurice: "Ja, betrachten Sie es mal so: Im Prinzip werden Männer von zwei Dingen beherrscht, und zwar ihrem Penis und ihrem Magen. Und das sind konkrete, greifbare Dinge. Aber bei Frauen, da liegen die Dinge komplizierter. Sie werden von dem emotionalen Kram der rechten Gehirnhälfte betrieben: Liebe. Hass. Wut."
Joel: "Ah. Wut."
Maurice: "Ja, Wut."
Bernard: "Was sind denn Mann und Frau wenn nicht Mitglieder zweier äußerst verschiedener und sich bekriegender Stämme? Und doch, Jahrzehnt um Jahrzehnt, Jahrhundert um Jahrhundert versuchen sie immer wieder, sich zu versöhnen und eine Gemeinschaft zu bilden. Warum? Ich weiß es nicht. Biologischer Imperativ? Gottesgesetzt? Oder nur das Verlangen, sich mit diesem rätselhaften Anderen zu verbinden. Jedenfalls habe ich es immer als etwas hoffnungsvolles empfunden."